Lauschangriff in VoIP-Netzen leicht gemacht Drucken E-Mail

Lauschangriff in VoIP-Netzen


Ein Angerufener kann auch ohne das Telefon abzuheben – also schon während es noch klingelt – aufzeichnen, was der Anrufer sagt. Das kann recht peinlich werden, etwa wenn der sich noch schnell über den "dämlichen Kunden" auslässt, den er gerade anrufen will. Mit ein wenig Bastelei kann man das selbst ausprobieren.

 

Das Early-Media-Merkmal ermöglicht es, Angerufenen bereits während des Aufbaus der Verbindung Audioinformationen zu übermitteln. Es ist eigentlich dafür gedacht, individuelle Besetztzeichen, Ansagen wie "Kein Anschluss unter dieser Nummer", "Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar", aber auch Preisansagen von CallByCall-Anbietern zu senden. Dies hat für den Nutzer den Vorteil, dass ihn diese Informationen nichts kosten – denn allein der Versuch, eine Telefonverbindung aufzubauen, wird üblicherweise nicht berechnet. Der Zähler tickt erst ab dem Moment, zu dem beide Teilnehmer aktiv verbunden werden.

 

In den meisten Fällen wird Early Media nur in Richtung des Anrufers  eingesetzt, jedoch werden auch bereits die Sprachdaten vom Anrufer zur angerufenen Anlage übertragen. Damit kann der Anrufer Sprachbefehle oder MFV-Töne (Mehrfrequenzverfahren) zur Aktivierung von Systemen oder für interaktive Sprachantworten (Interactive Voice Response, IVR) senden. Mit Asterisk kann man diese Daten hörbar machen. So können dann während der Rufphase geäußerte Bemerkungen, etwa zu einem Kollegen über den "dämlichen Kunden, der sich über den Tisch ziehen lässt", aufgezeichnet werden, ohne das Telefon abzuheben. Weitere Informationen zu dieser Schwachstelle sind im Artikel "Vorgespräch" in c't 11/09 auf Seite 166 zu finden.

 

Quelle: Heise Security

 
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